Image: Pfeifchen aus Weidenästchen

Pfeifchen aus Weidenästchen

Projekt

Dokumentation der Kinderspiele

Die Anregung, die Kinderspiele, das Spielzeug und die Kinderreime der älteren Generation, die bis Ende der 1950er Jahre in Südkärnten aufgewachsen ist, zu dokumentieren, stammt vom damaligen Leiter für Minderheitenschulwesen beim Landesschulrat für Kärnten, Herrn Tomaž Ogris. Die Untersuchung, die zwischen 1998–2003 verlief, übernahm Uši Sereinig.

Die bedeutendste Quelle der Dokumentation sind die bei der Feldforschung gewonnenen mündlichen Informationen der Gail-, Rosen- und Jauntaler. Sie betonten immer wieder den Umstand, dass für das Kinderspiel nicht viel Zeit zur Verfügung stand, da sie bei allen bäuerlichen Verrichtungen, zu denen sie fähig waren, helfen mussten. Die Arbeit bestimmte demzufolge die Zeit für das Kinderspiel. Die Erzähler und Erzählerinnen betonten auch, dass für gekaufte Spielsachen kein Geld ausgegeben wurde. Im besten Fall haben für kleinere Kinder die Erwachsenen Spielzeug hergestellt, die Heranwachsenden stellten es selbst her. Bei den unterschiedlichsten Kinderversen, die entweder von Erwachsenen (Wiegenlieder, Reime bei Liebkosungen) oder Kindern selbst (Auszählreime, Scherzlieder, Nachahmen von Geräuschen) verwendet wurden, überwiegte bis zum Ende der 1960er Jahre bei Weitem die slowenische Sprache. Die Dokumentation zeigte, dass auch Kinderspiele, Kinderreime und Spielzeug ein Spiegelbild einer Umgebung, einer Zeit sowie der sozialen und gesellschaftspolitischen Verhältnisse sind.

Da es kaum alte Fotografien, die Kinder beim Spielen zeigen, gibt, hat einige Spiele auf der Grundlage von Beschreibungen Eva Tomaževič illustriert. Dabei berücksichtigte sie auch das historische Umfeld, wie z. B. die damalige Kinderkleidung. Einige Spielsachen haben die Erzähler und Erzählerinnen zur Anschauung hergestellt, damit sie fotografiert werden konnten.