Pavel Apovnik: Das Wirken für die slowenische Volksgruppe in Kärnten
Das Slowenische Institut in Wien widmete den Abend des Martinstages der Vorstellung zweier Bücher von Pavel Apovnik, die im Jahr seines 90. Geburtstages 2025 erschienen sind. An der Veranstaltung nahmen auch Martina Piko-Rustia und Uši Sereinig teil.
Sein Leben als Jurist, Beamter, Politiker, Kulturschaffender und Lexikograf spiegelt sich im Sammelband „Delo za slovensko narodno skupnost na Koroškem / Das Wirken für die slowenische Volksgruppe in Kärnten“ wider, der von Apovniks Tochter Dorothea Apovnik redigiert wurde. Bei der Präsentation sprach sie über die wichtigsten Stationen im Leben ihres Vaters, von seiner Kindheit beim vlg. Zdovc in Schattendort/Senčni kraj, wo ihm die Liebe zum heimischen slowenischen Dialekt und zur Schriftsprache vermittelt wurde, bis hin zu seiner Arbeit zur Förderung der Sprachkompetenz seiner Landsleute in Südkärnten. Mit spezifischer Terminologie veröffentlichte er auch mehrere Handbücher, von historischer Bedeutung war sicherlich das zweiteilige Wörterbuch der Rechts- und Wirtschaftssprache (1989 deutsch-slowenischer Teil, 1996 slowenisch-deutscher Teil). Von historischer Bedeutung war auch seine Kandidatur bei den Landtagswahlen 1975, als Pavel Apovnik der Spitzenkandidat der Kärntner Einheitsliste (KEL) war und nur knapp einen Sitz im Landtag verfehlte.
Martina Piko-Rustia und Uši Sereinig stellten Apovniks Lexikon des slowenischen Dialekts in der Bleiburger Umgebung vor (Leksikon slovenskega narečja v pliberškem okolju), das er in seiner Pension zu erstellen begann, und betonten, dass es sich insbesondere durch zwei Besonderheiten auszeichnet. Die erste Besonderheit besteht darin, dass sich der Autor bei der Auswahl des Wortschatzes nicht nur auf das bäuerliche Umfeld beschränkt hat, sondern auch die häufigsten Wörter aufgenommen hat, die durch den katholischen Glauben und die slowenische Kulturarbeit in der ländlichen Region in den Alltag Eingang gefunden haben. Als Jurist berücksichtigte er auch Fachbegriffe, die die Bauern im Zusammenhang mit Rechtsgeschäften verwendeten. Eine weitere Besonderheit des Lexikons sind die Angaben zur Herkunft von Dialektwörtern bzw. zur Etymologie, die in bisherigen Dialektwörterbüchern noch nicht enthalten sind.
Der Buchverleger, Autor und Gastrosoph Lojze Wieser hob die Bedeutung von Pavel Apovnik „als starke Persönlichkeit, die sich ruhig, beharrlich und mit einer guten Portion Hartnäckigkeit für die Minderheitenpolitik einsetzte“ und als präzisen Lexikografen hervor.